Mit der Einschulung in die erste Klasse kommt die erste große Veränderung auf unsere Kinder zu, denn ab da heißt es: ruhig sitzen und lernen, statt zu toben, wann man Lust dazu hat.
Wenn die Kleinen in der Schule dann aber lieber aus dem Fenster schauen, anstatt ihre Aufgaben zu lösen oder wenn der Nachwuchs lieber Blümchen ins Schreibheft zeichnet, anstatt Buchstaben zu üben, dann kommt schnell die Frage nach AD(H)S oder einer Konzentrationsschwäche auf.
Unangenehm für uns als Eltern, wenn das Kind negativ auffällt in der Schule. Wie du deinem Nachwuchs mit der Konzentration helfen kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag:
- Was ist Konzentration?
- Wie lange sollten sich Kinder überhaupt konzentrieren können?
- Woran erkennt man Konzentrationsprobleme?
- Konzentrationskiller
- 8 Tipps, um die Konzentration zu stärken
- 7 einfache Konzentrationsübungen
Lehrer haben ein wachsames Auge und müssen Auffälligkeiten ansprechen, auch das gehört zu ihrem Job. Um zu vermeiden, dass die Kleinen später nicht mehr hinterherkommen oder ihre Schwächen nicht richtig gefördert werden, ist es immer besser, wenn man genau hinschaut.
Konzentration ist unverzichtbar, wenn es ums Lernen geht.
Was ist Konzentration?
Konzentration ist eine Fähigkeit. Diese Fähigkeit brauchen wir, um unsere Aufmerksamkeit auf eine Sache zu lenken und sie dort zu halten.
Fähigkeiten kann man trainieren. Daher ist es gar nicht schlimm, wenn es anfangs noch nicht klappt mit dem Fokussieren.
Wovon hängt Konzentration ab?
Je weniger Ablenkungen, desto besser der Fokus.
Die Ablenkungen können für Lehrer und Eltern wahrnehmbar sein, wie der laufende Fernseher oder das Radio bei den Hausaufgaben sowie der Lärm von Autos oder Bauarbeiten vor der
Schule. Allerdings können auch innere Ablenkungen für Konzentrationsprobleme sorgen: Überreizung, Sorgen und Leistungsdruck zum Beispiel.
Wie lange sollten sich Kinder überhaupt konzentrieren können?
Die Aufmerksamkeitsspanne ist, wie die Entwicklung der Kinder, ganz unterschiedlich. Als Faustregel kann man aber festhalten: Doppelt so viele Minuten, wie das Kind alt ist.
Das macht bei einem 5-jährigen Kind ca. 10 Minuten und bei einem 15-Jährigen ca. 30 Minuten.
Sofort stellt sich hier eine nachvollziehbare Frage: Warum dauern die Schulstunden dann 45-70 Minuten?
Je kürzer die Stunde ist, desto mehr Fächer werden am Tag unterrichtet, was bedeuten kann, dass Schüler sich pro Tag auf 6-8 unterschiedliche Fächer einstellen müssten. Was ebenso bedeutet, dass für 6-8 verschiedene Fächer das Material mitgenommen werden muss. Eine schwere Schultasche und ein schmerzender Rücken sind die Folgen.
Zudem bleiben in einer 45-minütigen Unterrichtsstunde, nach Abzug von Organisatorischem und dem Vergleich der Hausaufgaben oftmals nur noch 30 Minuten, für den neuen Unterrichtsstoff, wenn überhaupt. Der Lehrer rattert schnell sein "Programm" herunter und die Schüler müssen zuhören und verstehen. Es bleibt wenig Zeit, um auf Fragen oder Individuelles einzugehen.
Wenn die Schulstunde aber länger ist, kann sich der Lehrer mehr Zeit nehmen für seinen Unterricht und die Schüler haben mehr Möglichkeit zur Mitarbeit.
Eine 60-70 minütige Schulstunde bedeutet also nicht automatisch, dass sich ein Kind für die gesamte Zeit konzentrieren muss.
Ob eine Schulstunde interessant gestaltet ist und sich die Schüler gerne konzentrieren oder ob eine 60-minütige Schulstunde wie ein nicht enden wollender Tag anfühlt, liegt natürlich auch an der Unterrichtsgestaltung, der Kompetenz sowie an der Motivation des Lehrers.
Woran erkennt man Konzentrationsprobleme?
Probleme mit der Aufmerksamkeit lassen sich als Eltern erkennen, wenn das Kind Schwierigkeiten damit hat, anderen zuzuhören, wenn es vergesslich oder ungeduldig ist und wenn Probleme bestehen, sich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren. Außerdem lassen ein verträumtes Wesen und mangelnde Motivation auf ein Konzentrationsproblem schließen.
Das alles KANN darauf hindeuten, es muss aber nicht. Vor allem, wenn diese Auffälligkeiten vorübergehend sind, dann gibt es keinen Grund zur Besorgnis.
Wenn diese Symptome jedoch länger anhalten, sollte man aufmerksam sein und tätig werden. Vielleicht hat das Kind auch Sorgen oder steht unter Leistungsdruck oder sorgen äußere Umstände für mangelnde Aufmerksamkeit?
Sind keine äußerlichen Umstände oder inneren Faktoren dafür zuständig, dann kann man zum Beispiel mit einfachen Konzentrationsübungen dagegen lenken.
Hilft auch das nicht, dann könnte vielleicht doch eine Erkrankung dahinterstecken und man sollte vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen, um das abzuklären.
Konzentrationskiller
Um herauszufinden, warum sich das Kind nicht konzentrieren kann, sollte man zunächst mal sogenannte Konzentrationskiller ausfindig machen.
8 Tipps, um die Konzentration zu stärken
Konzentrationsprobleme müssen nicht krankhaft sein. Wenn man ablenkende Faktoren (Konzentrationskiller) abgeschafft hat, dann hat man eine Menge an Möglichkeiten, seine Aufmerksamkeit positiv zu beeinflussen:
7 gezielte Konzentrationsübungen
Wie zu Beginn erwähnt, ist das Konzentrieren eine Fähigkeit. Fähigkeiten lassen sich wie Muskeln trainieren: Je häufiger man sie beansprucht, desto besser funktionieren sie. Hier sind 7 Übungen, die sich wunderbar in den Alltag einbauen lassen und überhaupt nichts kosten:
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Mandalas ausmalen
Das Ausmalen von Mandalas fördert die Konzentration, baut Stress ab und kann zudem eine beruhigende Wirkung haben. Beim Ausmalen konzentriert man sich auf die auszumalenden Formen und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. -
Schritte zählen
Wer beim Laufen die Schritte oder beim Treppensteigen die Stufen zählt, fokussiert sich dabei auf diese eine Aufgabe. Wer sich verzählt, beginnt wieder von vorne und wer es schwieriger mag, der zählt nur jeden 2. oder jeden 3. Schritt, bzw. nur jede 2. oder 3. Stufe. -
Balanceübungen
Hierzu gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die je nach Alter und Fähigkeit ausgewählt werden können: auf einem Bein stehen, auf einer geraden Linie laufen, auf liegenden Baumstämmen balancieren, auf Zehenspitzen gehen, Hüpfspiele, usw. -
Buchstaben zählen
Hierbei zählt das Kind in einem Buch, einer Zeitschrift oder auf einem Plakat an der Bushaltestelle einen bestimmten Buchstaben: in einem Absatz oder auf der ganzen Seite.
Dabei trainiert das Kind seine Konzentration, wie auch die Fähigkeit, anderes (gerade unwichtiges) auszublenden. -
Rückwärtslesen
Je nach Lesekompetenz können es einzelne Wörter sein oder sogar ein ganzer Satz, welchen die Kinder rückwärts lesen. -
Rückwärtszählen
Je nach Alter beginnen die Kinder bei dieser Übung bei einer bestimmten Zahl (10, 20, 50, 100, usw.) und zählen bis zur 0 herunter. Bei einem Fehler wird von vorne begonnen. -
Memory spielen
Das Memory-Spiel fördert die Konzentration, wie auch das Erinnerungsvermögen. Außerdem kann man das Spiel sehr gut selber herstellen, was zusätzlich motivieren kann: Sucht gemeinsam 12 verschiedene Motive aus und malt sie jeweils 2 Mal auf (insgesamt 24) 10x10cm große, weiße Pappstücke. Damit das Motiv auf der Rückseite nicht durchscheint, kann diese Seite zusätzlich noch mit buntem Papier oder Moosgummi beklebt werden.
Fazit
Sich zu konzentrieren, ist eine Fähigkeit, die man einfach und spielerisch trainieren kann.
Nicht immer sind Probleme mit der Aufmerksamkeit krankhaft: zunächst ist es wichtig, äußere und innere "Konzentrationskiller" auszuschließen, beziehungsweise abzuschaffen.
Eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Schlaf und Bewegung sind enorm wichtig, um fokussiert zu bleiben.
Hast du schon mal Konzentrationsübungen ausprobiert?
Schreib mir dazu gerne deine Erfahrungen in die Kommentare.
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