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Mach Schluss mit Vorurteilen!

Eine junge Frau (oder ist sie sogar noch ein Teenager?) trägt stolz ihren runden Babybauch vor sich her und zieht damit ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich.

"Das Baby war bestimmt nicht gewollt. Sie wird doch total überfordert sein mit dem Baby. Weiß sie überhaupt, welche Verantwortung sie da trägt?"

 

Solche Gedanken gehen eher in die negative Richtung und solche Gedanken nennt man Vorurteile.

Was würdest du dir bei diesem Anblick denken? Steckst du auch Leute direkt in Schubladen oder kannst du neutral bleiben?

 

Darum geht es in diesem Beitrag:

  • Was genau sind Vorurteile?
  • Warum ist es schlimm, seine Vorurteile laut zu äußern?
  • Haben Menschen mit Vorurteilen zu wenig Menschenkenntnis?
  • 6 Tipps gegen die eigenen Vorurteile
Schwangerschaft, Foto: Pixabay

Was genau sind Vorurteile?

Wir beurteilen Menschen und auch Situationen aufgrund unserer bisher gesammelten Erfahrungen und aufgrund von oberflächlichen MerkmalenErkennen wir an einer Person ein Kategorisierungs-Merkmal (Hautfarbe, Geschlecht, Kleidungsstil, usw.), geht in unserem Kopf eine Schublade auf und die Person wird hineingesteckt. Fertig ist das Vorurteil.

 

Ein Vorurteil ist eine vorschnelle Bewertung von Menschen ohne ausreichende Beweise.

 

Diese Schubladen benutzen wir sogar schon im Kindergarten: Mädchen verscheuchen die Jungs aus der Puppenecke mit den Worten: "Jungs spielen nur mit Autos".

Wer behauptet das denn? Vermutlich schnappen die Kinder das von Zuhause auf, oder aus dem näheren Bekanntenkreis.

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Warum ist es schlimm seine Vorurteile laut zu äußern?

Ist eine jung aussehende Frau automatisch auch geistig und/ oder körperlich zu jung oder besitzt zu wenig Verantwortungsbewusstsein, um Mutter zu werden?

Darf man das einfach so annehmen, ohne dass man dafür offensichtliche Beweise hat?

Was sagt das (vermeintliche) Alter über die Reife eines Menschen aus? Meiner Erfahrung nach hat Reife nicht viel mit dem Alter zu tun.

 

Ich bin mit 22 Jahren schwanger geworden. Vorbereitet hatte ich mich bereits jahrelang darauf, meinen Wunsch vom Muttersein endlich wahr werden zu lassen. Ich war sehr gut vorbereitet, fühlte mich reif genug und erst recht verantwortungsbewusst genug.

 

Allerdings hatte ich Angst vor den Reaktionen meines Umfeldes, da sich zu viele von ihnen zu schnell Urteile über mich bildeten, ohne sich die Mühe zu machen, mich richtig kennenzulernen. Und zu oft gab es ungefragte Ratschläge, mit denen ich nichts anfangen konnte und durch die ich mich unverstanden und abgewertet fühlte. 

Junge Mutter mit Kind, Foto: Pixabay

Tatort Familienfeier: Das Risiko, Menschen zu begegnen, die sich bei der jährlichen Begegnung das Recht herausnehmen, sich in unser Leben einzumischen und uns bloßzustellen (meistens mit unüberlegten Äußerungen).

 

Wie wenig mich ein Familienangehöriger eigentlich kannte, wurde mir erst bewusst, als dieser mir einen Vortrag über meine vermeintlichen Fehler hielt. Ich war im Spotlight: total überrumpelt und ohne verbale Unterstützung. Alle Anwesenden lauschten neugierig, während ich auf meinem Stuhl immer tiefer rutschte.

In mir brannte das große Bedürfnis mich zu rechtfertigen, doch ich war mit der Situation zu überfordert.

 

Ich fühlte mich schikaniert, alleine gelassen und vorverurteilt.

Ich bekam Bauchschmerzen, konnte nicht mehr atmen und rannte aus der Wohnung. Da brachen schließlich die Tränen aus mir heraus.

Frau weint, schwarzweiß Bild, Foto: Pixabay

Als ich wieder hereinkam, wusste plötzlich jeder, dass ich schwanger war und von allen Seiten durfte ich mir anhören "Das Kind bekommen wir schon groß!" und "Was reingeht, geht auch raus!". Es hagelte Floskeln und ungefragte Ratschläge.

 

Es tat weh, weil mir Kraft und Worte fehlten, um mich zu rechtfertigen, bzw. aufzuklären, dass die genannten Behauptungen nicht stimmten.

Und es tat noch mehr weh, weil man mir jetzt auch noch eine ungewollte Schwangerschaft unterstellte.

 

Vorurteile aufgrund von fehlenden Informationen, aufgrund von der geprägten Sichtweise auf Menschen und Situationen können, wenn sie geäußert werden, großen seelischen Schaden anrichten.

 

Vermutlich war es in meinem Fall, von diesem genannten Familienmitglied, nicht mal böse gemeint, sondern einfach nur unüberlegt und empathielos, seine Gedanken auf der Familienfeier vor allen Leuten laut auszusprechen.

Dennoch: Wer die Absicht besitzt, wirklich helfen zu wollen, der sollte das Gespräch unter vier Augen suchen und sich erst mal gründlich informieren, bevor er seine Vorurteile laut äußert!

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Haben Menschen mit vielen Vorurteilen zu wenig Menschenkenntnis?

Menschen in Schubladen zu stecken, ist praktisch.

Wir beurteilen Menschen anhand unseres ersten Eindrucks automatisch. Wer die Fähigkeit der Menschenkenntnis besitzt, der kann den Charakter und das Verhalten eines Menschen meistens richtig einschätzen.

 

Das richtige Gespür für Menschen bekommt man, indem man häufig mit unterschiedlichen Personen Kontakt hat. Neben der Lebenserfahrung ist eine ausgeprägte Empathie von Vorteil, um eine gute Menschenkenntnis zu erwerben: Wer sich in andere hineinversetzen kann, versteht ihre Sichtweise und kann ihre Handlungen sogar voraussagen.

 

Wer Menschen oder bestimmte Menschengruppen nur oberflächlich betrachtet, der urteilt oft falsch.

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6 Tipps gegen die eigenen Vorurteile

Jeder Mensch hat Vorurteile (auch, wenn er sie für sich behält). 

Wer eine gute Menschenkenntnis besitzt, der wird meistens recht haben mit seinem ersten Eindruck. Aber auch mit einem guten Gespür für Menschen kann man mal daneben liegen, denn alle Menschen sind unterschiedlich.

 

Um eine neutrale Haltung gegenüber unbekannten Menschen und neuen Situationen zu bewahren, musst du erkennen können, wenn du ein Vorurteil hast. Dein Vorurteil an sich ist zunächst nicht schlimm, solange du es für dich behältst.

 

6 Tipps, die dir helfen, wenn du ein Vorurteil erkennst:

  1. Versuche darauf zu achten, dass der erste Eindruck nicht dein Verhalten gegen diese Person oder diese Situation bestimmt
  2. Verschaffe dir einen Überblick: informiere dich und dann urteile erst
  3. Mit Vorurteilen darf niemand diskriminiert werden!
  4. Deine Vorurteile darfst du nicht verbreiten. Denn wer zum Beispiel Unwahrheiten verbreitet, macht sich sogar strafbar
  5. Wenn du mitbekommst, wie in deinem Bekannten- oder Freundeskreis jemand einen Menschen oder eine bestimmte Gruppe beleidigt oder verletzt, mit seiner Vorverurteilung, dann ziehe nicht mit, sondern zeige, dass du das nicht in Ordnung findest. Du kannst empathielosen Menschen dabei helfen, sich in die Sichtweise des „Beschuldigten“ zu versetzen. 
  6. Freie Meinungsäußerung ist wichtig, jedoch gibt es Richtlinien, an die wir uns alle halten müssen! Alle Menschen sind gleichwertig und haben das Recht respektvoll behandelt zu werden, ganz egal, wie alt sie sind, wie viel sie wiegen, welche Musik sie mögen, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht sie haben und aus welchem Land sie kommen!
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Fazit

Ein Vorurteil ist eine (automatische) vorschnelle Bewertung von Menschen ohne ausreichende Beweise

Sie entstehen aufgrund des ersten (oberflächlichen) Eindrucks und unseren bisherigen Erfahrungen.

 

Schätzt man eine Person falsch ein und äußert sein Vorurteil, dann kann man damit Menschen sehr verletzen, ausgrenzen und diskriminieren.

 

Menschenkenntnis hilft dabei, Personen richtig einzuschätzen. Doch auch jemand mit einem guten Gespür für Persönlichkeiten kann mal daneben liegen, denn: Alle Menschen sind unterschiedlich. Es gibt durchaus Charaktere, die nicht in eine der "typischen Kategorien" passen.

 

Erkenne deine Vorurteile und versuche dich erst zu informieren, bevor du vorschnell urteilst.

Wenn du mitbekommst, wie andere mit ihren Vorurteilen Menschen verletzen, dann hinterfrage ihre Anschuldigungen (Ist das wirklich so?) und hilf ihnen mit deiner Empathie, sich in andere Charaktere hineinversetzen zu können.

 

Wie gehst du mit Vorurteilen gegen dich um?
Was machst du gegen deine persönlichen Vorurteile?

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